Auswahlgespräche für die Feuerwehr finden meist als mündliche Kommission statt: ein Gremium aus Führungskräften, manchmal auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde oder der Personalabteilung, das jeder bewerbenden Person dieselben Fragen stellt und die Antworten bewertet. Die Kommission will wissen, ob du den Beruf verstehst, ob du in eine Mannschaft passt, die gemeinsam lebt und arbeitet, ob man dir vertrauen kann und ob du unter Druck ruhig bleibst. Unten findest du 30 häufige Fragen mit Beispielantworten und Hinweisen.
So läuft die mündliche Kommission ab
| Was dich erwartet | Was das für dich bedeutet |
|---|---|
| Mehrere Mitglieder der Kommission | Schau jede Person an, nicht nur die, die gefragt hat |
| Dieselben Fragen für alle Bewerbenden | Deine Antworten werden direkt verglichen |
| Ein Bewertungsbogen | Klare Struktur und konkrete Beispiele bringen mehr Punkte |
| Strikte Zeitvorgaben | Halte deine Antworten bei ein bis zwei Minuten |
| Eine Eröffnungs- oder Schlussaussage | Bereite beides im Voraus vor |
Viele Dienststellen verlangen außerdem vor oder nach dem Gespräch schriftliche und körperliche Eignungstests, etwa den CPAT. Erkundige dich nach dem Ablauf deiner Dienststelle. Unser Leitfaden zum Panelinterview beschreibt das allgemeine Format.
Motivation und Vorbereitung
1. Erzähl uns etwas über dich
Dein Hintergrund, was du zur Vorbereitung getan hast (Rettungssanitäter-Ausbildung, Kurse im Brandschutz, ehrenamtliches Engagement) und warum du heute hier bist. Etwa 90 Sekunden.
2. Warum willst du zur Feuerwehr?
„Als ich 16 war, rückte eine Mannschaft unserer Wache zum Herzinfarkt meines Großvaters aus. Was mir im Gedächtnis blieb, war, wie ruhig sie geblieben sind und dass sie sich auch um meine Großmutter gekümmert haben. Seitdem habe ich die Rettungssanitäter-Ausbildung abgeschlossen und zwei Jahre lang bei der freiwilligen Feuerwehr unseres Landkreises mitgearbeitet. Ich möchte einen Beruf, in dem ich meiner Gemeinschaft direkt diene und in einem eng verbundenen Team arbeite.“
3. Warum möchtest du für diese Dienststelle arbeiten?
Nenne konkrete Dinge: die Gemeinde, die Einsatzarten, Ausbildungsprogramme, eine Begleitung auf einer Einsatzfahrt oder einen Besuch der Wache.
4. Was hast du getan, um dich auf diesen Beruf vorzubereiten?
Zertifizierungen, Ausbildung, ehrenamtliche Arbeit, Fitness und die Beschäftigung mit der Dienststelle.
5. Was weißt du über unsere Dienststelle?
Anzahl der Wachen, die Gemeinde, die sie betreut, aktuelle Initiativen. Zeig, dass du dich vorbereitet hast.
6. Was macht eine Feuerwehrfrau bzw. ein Feuerwehrmann außer Brände zu löschen?
Notfalleinsätze (oft den größten Teil), Brandschutzaufklärung, Kontrollen, Gerätewartung, Ausbildung und Wachdienst.
Teamarbeit und Wachalltag
7. Wie würdest du dich in eine Mannschaft einfügen?
„Ich käme bereit zum Lernen, würde meinen Teil des Wachdienstes übernehmen, ohne darum gebeten zu werden, und die Erfahrung der Menschen um mich herum respektieren. In meiner ehrenamtlichen Wehr habe ich gelernt, dass kleine Dinge wie Aufräumen nach dem Essen und Pünktlichkeit bei Übungen Vertrauen aufbauen.“
8. Erzähl von einer Situation, in der du im Team gearbeitet hast
Eine STAR-Geschichte mit deiner konkreten Rolle.
9. Was würdest du tun, wenn du mit einem Mitglied der Mannschaft nicht zurechtkommst?
Sprich unter vier Augen mit der Person, konzentriere dich auf die Aufgabe und wende dich nur an die Führungskraft, wenn es die Sicherheit betrifft oder das Problem anhält.
10. Wie gehst du mit Kritik um?
„Ich höre zu, frage nach, wenn ich etwas nicht verstehe, und nutze das Feedback. In der Probezeit rechne ich damit, oft korrigiert zu werden, und lerne lieber bei einer Übung etwas als bei einem Einsatz.“
11. Was würdest du in die Mannschaft einbringen?
Fähigkeiten, einen handwerklichen oder medizinischen Hintergrund, Sprachen und deine Einstellung.
Integrität und Ethikszenarien
12. Du siehst, wie eine Kollegin oder ein Kollege bei einem Einsatz Geld aus dem Haus eines Opfers nimmt. Was tust du?
„Ich würde das nicht ignorieren. Wer Eigentum von Opfern nimmt, zerstört das Vertrauen der Öffentlichkeit in uns alle. Ich würde es sofort meiner Führungskraft melden und das Verfahren der Dienststelle einhalten.“
13. Ein erfahrener Kollege sagt dir, du sollst etwas tun, das du für unsicher hältst. Was tust du?
Sprich das Problem sofort an, und wenn es ein echtes Sicherheitsproblem ist, halte inne und geh zur Führungskraft.
14. Du hast den Verdacht, dass ein Kollege vor dem Dienst Alkohol getrunken hat. Was tust du?
Sicherheit geht vor: Informiere die Führungskraft, bevor die Mannschaft zu einem Einsatz ausrückt.
15. Was bedeutet Integrität für dich?
Das Richtige tun, wenn niemand hinsieht, mit einem kurzen Beispiel.
16. Hast du dir schon einmal bei der Arbeit einen Fehler erlaubt? Wie bist du damit umgegangen?
Steh dazu, behebe ihn und lerne daraus.
Für weitere Szenarien dieser Art siehe unseren Leitfaden zu ethischen Fragen im Vorstellungsgespräch.
Stress und der Beruf
17. Wie gehst du mit Stress um?
Nenne die Gewohnheiten, die du im und außerhalb des Dienstes tatsächlich nutzt. Siehe Fragen zum Umgang mit Stress.
18. Wie würdest du mit einem traumatischen Einsatz umgehen?
Erkenne an, dass er belastet, nutze die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen sowie die Hilfsangebote der Dienststelle und sprich darüber, statt alles in dich hineinzufressen.
19. Erzähl von der stressigsten Situation, in der du jemals warst
Eine Geschichte, in der du ruhig geblieben bist und gehandelt hast.
20. Wie hältst du dich körperlich fit?
Dein tatsächlicher Trainingsplan und warum Fitness für die Sicherheit der Mannschaft wichtig ist.
21. Wie würde deine Familie mit dem Schichtplan umgehen?
Zeig, dass du darüber nachgedacht und es mit ihr besprochen hast.
Befehlskette und Urteilsvermögen
22. Was würdest du tun, wenn du am Einsatzort einer Anweisung deines Wachführers widersprechen würdest?
„Am Einsatzort würde ich der Anweisung folgen, außer sie wäre eindeutig unsicher. In dem Fall würde ich das sofort sagen. Danach würde ich darum bitten, es zu besprechen, damit ich die Entscheidung verstehe.“
23. Du kommst als Erster an einen Autounfall, während du dienstfrei hast. Was tust du?
Sicherung der Unfallstelle, Notruf unter 911, Erste Hilfe im Rahmen deiner Ausbildung und Übergabe an die eintreffenden Einheiten.
24. Ein Passant ist bei einem Einsatz unhöflich zu dir. Wie reagierst du?
Bleib sachlich und ruhig, konzentriere dich auf die Aufgabe und denk daran, dass Menschen in solchen Situationen oft Angst haben.
25. Wie würdest du einen medizinischen Einsatz handhaben, bei dem die Patientin oder der Patient eine Behandlung ablehnt?
Stell sicher, dass die Person die Risiken versteht, binde bei Bedarf deine Führungskraft oder den ärztlichen Leitstellendienst ein und dokumentiere alles.
Gemeinschaft und Dienst
26. Wie würdest du außerhalb von Notfällen der Gemeinschaft dienen?
Brandschutzaufklärung, Programme zu Rauchmeldern, Besuche in Schulen und Gemeindeveranstaltungen.
27. Erzähl uns von deinem ehrenamtlichen Engagement
Konkrete Tätigkeiten und was du gelernt hast.
28. Wie würdest du bei einem Einsatz mit einer Sprachbarriere umgehen?
Einfache Worte und Gesten verwenden, Familienangehörige nur mit Vorsicht hinzuziehen und die Dolmetscherangebote der Dienststelle nutzen.
Abschluss
29. Warum sollten wir dich einstellen?
Zwei oder drei Stärken mit Belegen, bezogen auf die Dienststelle. Siehe Warum sollten wir dich einstellen?.
30. Gibt es noch etwas, das du uns sagen möchtest?
Eine kurze Schlussaussage: dein Engagement, deine Vorbereitung und ein Dank.
So bereitest du dich vor
- Informiere dich über die Dienststelle: Wachen, Einsatzaufkommen, Gemeinde und die Prioritäten der Wehrleitung.
- Besuche eine Wache, wenn es erlaubt ist, und respektiere die Zeit der Mannschaft.
- Bereite sechs Geschichten vor: Teamarbeit, Stress, einen Fehler, Integrität, ehrenamtliches Engagement und eine Situation, in der du die Initiative ergriffen hast.
- Übe Szenarioantworten nach einer einfachen Reihenfolge: zuerst die Sicherheit, dann innerhalb deiner Rolle handeln, die Befehlskette einhalten, melden und dokumentieren. Viele davon sind klassische situative Interviewfragen.
- Schreib deine Eröffnungs- und Schlussaussage und übe beide.
- Mach nach Möglichkeit Probekommissionen mit aktiven Feuerwehrleuten.
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